„Astro Chimp“ haben sie ihn genannt, oder einfach „Nr. 65“. Auf keinen Fall nämlich sollte dieser dreijährige Schimpanse einen Namen haben, falls er nicht lebend aus dem All zurück käme. Die amerikanische Bevölkerung war während des gerade begonnenen Wettrennens mit der Sowjetunion um die Vorherrschaft im All ungeduldig geworden. Immer waren die Sowjets einen Schritt schneller. Später bekommt Versuchsaffe Nr. 65 dann doch einen richtigen Namen: „Ham“, unter dem er weltberühmt wird. Vor 60 Jahren nämlich, am 31. Januar 1961 reitet Ham auf einer Rakete in der neuen  Mercury Kapsel der NASA, der gleichen, mit der 3 Monate später Alan Shepard als erster Amerikaner ins All fliegt. „So machte man, wie man damals sagte, das Fahrzeug mannbereit“, erzählt Margret Weiterkamp vom National Air and Space Museum. Ham hält als lebender Dummy seinen Kopf hin, um zu testen, ob man tatsächlich Menschen ins All transportieren und vor allem lebend zurückholen konnte.
Kein Mensch war bis dahin in der luftleeren Schwerelosigkeit des Alls gewesen. Der sowjetische Kosmonaut Yuri Gagarin als erster musste zu dem Zeitpunkt noch sechs Wochen warten. Nur Tiere waren da schon viele geflogen, zum großen Teil mit tödlichem Ausgang. Zuerst waren es Fruchtfliegen, um die Strahlung zu testen. Die sowjetische Hündin Laika das erste Säugetier, das die Erde umkreiste, starb irgendwann nach mehreren Stunden unterwegs. Die sowjetischen Hunde Strelka und Belka allerdings überlebten, ebenso die amerikanischen Äffchen Able und Baker. 
Mit Ham ist alles anders, der Flug kurz, nur fünf Minuten schwerelos, in einer Parabel rauf und runter, keine Umlaufbahn. Für den Test reichte das, denn mit Alan Shepard hatte man das gleiche vor. Schimpansen sind dem Menschen sehr ähnlich und Ham lernt im Vorfeld, auf Befehl Knöpfe zu drücken und Hebel zu ziehen. Damit wollen die NASA Ingenieure testen, ob er auch in der Schwerelosigkeit seine Fähigkeiten behält. Das Ergebnis: Hams Reaktionszeit im All ist nur den Bruchteil einer Sekunde langsamer als auf der Erde, und das, obwohl seine Kapsel unterwegs Druck verliert. Die ganze Zeit kommen vielversprechende Signale an und auch die Rückkehr mit der gewaltigen Hitze des Wiedereintritts hinterlässt keine Folgen.
So geht alles gut, auch wenn die Rakete zu hoch fliegt und die Kapsel ein paar Hundert Kilometer am Ziel vorbei im Atlantik landet. Ham wird gefunden und außer einer angeschlagenen Nase ist er gesund. „Er war ein bisschen dehydriert und müde. Aber sie haben ihm einen Apfel gegeben und den mochte er“, erzählt Teasel Muir-Harmony vom Air and Space Museum in Washington.  Ham lebte noch 23 Jahre, zuerst im Washingtoner Zoo, dann in North Carolina.
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