Applaus brandet auf – der Marsrover der NASA meldet: „sicher gelandet!“
„Perseverance“, auf Deutsch in etwa „Beharrlichkeit“, steht seit dem Abend deutscher Zeit auf der Marsoberfläche. Allem Anschein nach sicher gelandet nach einem komplizierten und gefährlichen Manöver durch die Marsatmosphäre. Und erste Bilder zeigen, dass die Raumsonde den Rover genau dort abgesetzt hat, wo man von der Erde aus den Landeplatz ausgesucht hatte.
„Was für ein wunderbares Team, das sich durch all die Schwierigkeiten durchgearbeitet hat“
Freut sich Steve Jurczyk, der amtierende NASA Chef, der das Projekt von seinem Vorgänger Jim Bridenstine übernommen hatte.
Mindestens zwei Erdjahre soll das eine Tonne schwere und mit Instrumenten vollgestopfte Fahrzeug mit seinen sechs Rädern die Marsoberfläche erkunden. Jurczyk weiter:
„Mit neuen Instrumenten entdecken wir neue Dinge, solche, von denen wir nie gedacht hätten, dass wir sie entdecken werden“
Eine Aufgabe wird sein, die uralte Frage nach früherem Leben auf dem Mars zu beantworten. „Perseverance“ wurde bewusst in einem Krater abgesetzt, der früher einmal ein See war, am Rande eines ehemaligen Flussdeltas. Dort hofft die NASA auf Felsen, die lange unter Wasser lagen und vielleicht versteinerte Reste von Leben erhalten haben. Bodenproben aus tieferen Schichten werden vom Roboterarm verpackt und abgelegt, die dann in einigen Jahren abgeholt werden sollen.
Zunächst aber muss „Perseverance“ die erste extrem kalte Nacht überstehen.
„Wir können jetzt die zentralen Funktionen und die wissenschaftlichen Instrumente testen“
Sagt Jessica Samuels, NASA Ingenieurin und verantwortlich für die Bodenmission. Rund um die Uhr, in mehreren Schichten würden die Teams für und mit dem Rover arbeiten. Mit einer besonderen Herausforderung.
Der Rover wacht jeden Tag zur selben Zeit auf dem Mars auf. Auf der Erde ist das immer 40 Minuten später. So verschiebt sich die Schicht in den nächsten Wochen jeden Tag um 40 Minuten“
Einfach weil ein Marstag 40 Minuten länger dauert als ein Erdtag.
Eine echte Neuheit verantwortet Mimi Aung: Den ersten Helikopter auf einem anderen Planeten, der morgen zum ersten Mal eingeschaltet und in ein paar Tagen geflogen werden soll.
Die Marsatmosphäre ist so dünn, dass nicht sicher ist, ob die Rotoren das knapp zwei Kilo schwere Gerät anheben können. Wenn, dann soll er fünf Mal für 90 Sekunden fliegen und Luftaufnahmen machen. In Zukunft könnten solche Fluggeräte den Rovern den Weg zeigen und vor allem unzugängliche Regionen erkunden.

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